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Das Ziel der Intellektik ist es, das Rätsel intelligenten Handelns zu entschlüsseln und Systeme zu bauen, die sich in einer Weise intelligent verhalten, wie sie auch beim Menschen beobachtet werden kann. Infolge dieser Zielsetzung hat die Intellektik Berührungspunkte mit verschiedenen anderen Wissenschaften (Informatik, Psychologie, Neurologie, Philosophie, Linguistik u.a.) und weist somit einen deutlich interdisziplinären Charakter auf. Das Fachgebiet Intellektik, das im Jahr 1988 von Professor Bibel an der TUD gegründet wurde, spiegelt diese Ziele in seinen Lehr- und Forschungsaktivitäten wider, die sich auf Themenstellungen aus den Gebieten der künstlichen Intelligenz und der Kognitionswissenschaft konzentrieren. Was ist Intellektik ?
Der Schwerpunkt des Lehrangebots liegt stärker auf dem technikorientierten Teil der Intellektik, also der künstlichen Intelligenz, wenngleich in der Vorlesung Einführung in die Intellektik im Rahmen der interdisziplinären Vorlesungsreihe Kognitionswissenschaften und Künstliche Intelligenz neben den KI-Inhalten immer auch kognitionswissenschaftliche Aspekte dargestellt werden. In der Vorlesung Inferenzmethoden wird eines der wichtigsten Teilgebiete der Intellektik behandelt, in dem es um Verfahren zur inferentiellen Verarbeitung von Wissen geht. Inferenztechniken ermöglichen neben dem Zugriff auf das in einer Wissensbasis explizit abgespeicherte Wissen auch eine Erschließung des virtuellen Wissens, das in irgendeiner logischen Weise aus dem explizit gespeicherten Wissen folgt. Der Schwerpunkt dieser Veranstaltung liegt dabei auf den deduktiven Aspekten, während die über die deduktiven hinausgehenden Schlußweisen wie das nichtmonotone, induktive, vage, probabilistische usw. Schließen in der Vorlesung über Wissensrepräsentation behandelt werden, die insgesamt die Grundlagen für den Bau von Wissenssystemen bereitstellt.
Neben diesen Grundvorlesungen über Methoden der Intellektik werden in
unregelmäßiger Folge auch ergänzende Spezialvorlesungen über
Lokale Suchverfahren und Metaheuristiken, Algorithmisches Lernen,
Agentensysteme, Automatisierung der Logik usw. sowie Praktika und
Seminare über ausgewählte Themen aus der Intellektik angeboten. Das
Fachgebiet ist selbstverständlich anteilig auch an der Durchführung der
Grundvorlesungen und Seminare im Grundstudium beteilt. Insbesondere bietet es
regelmäßig im Rahmen der Vorlesung Einführung in die
Programmierung für alle eine Einführung in die für viele
Anwendungsbereiche höchst attraktive Programmiersprache PROLOG an.
Forschungsschwerpunkte des Fachgebiets sind Deduktion, Programmsynthese, Wissensrepräsentation, Planen, Lernen und stochastische Suche, wobei der Deduktion vom Fachgebietsleiter seit Jahrzehnten eine besondere Aufmerksamkeit gewidmet wird.
Die Qualität der Forschung am Fachgebiet Intellektik wird durch die
Beteiligung an vielen nationalen und internationalen Projekten
unterstrichen. Derzeit laufende Projekte sind Compulog, PLANET, Metaheursitics
Network und LExIKON. Besonderer Wert wird auf Veröffentlichungen in
internationalen Organen gelegt, was zum Beispiel in dem vom Wissensmagazin
``Bild der Wissenschaft'', Ausgabe 2/1999, durchgeführten Ranking zu einem
ausgezeichneten vierten Platz für die TUD unter den ``Aktiven Top Ten
Instituten'' auf dem Gebiet der Künstlichen Intelligenz in Deutschland
geführt hat.
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Jens Otten · Intellektik·TU Darmstadt · 23.10.2000 |