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Intellektik: Technical report 92-18

LLP -- Lineare Logische Programmierung

U. C. Sigmund

LLP ist eine Erweiterung eines 1989 von S. Hölldobler und J. Schneeberger vorgestellten, deduktiven Planungsverfahrens, welches auf Hornklausellogik mit einer Gleichungstheorie basiert. Idee des Verfahrens ist es, Fakten, die in einer Situationen gelten als Ressourcen zu betrachten, die durch Aktionen verbraucht bzw. erzeugt werden können. Situationen werden in diesem Ansatz durch Situationsterme beschrieben, die aus der Verknüpfung von Fakten mit einer AC1-Funktion, welche als nicht idempotente Konjunktion interpretiert wird, entstehen. Im Gegensatz zu klassischen Planungsverfahren, wie z.B. dem Situationenkalkül von McCarthy werden dabei zur Lösung des Rahmenproblems keine Rahmenaxiome benötigt. In der vorliegenden Arbeit wird zunächst eine interpretative Semantik definiert, die Situationsterme auf Multimengen von Fakten abbildet. Weiterhin wird gezeigt, wie dieser gleichungslogische Ansatz auch zur Objektorientierten Programmierung und zur Beschreibung von Datenbanken verwendet werden kann. Um nicht nur eine konkrete Situation, sondern auch verschiedene Alternativen beschreiben zu können, benötigt man zur Beschreibung von Situationen -- außer einer Konjunktion -- eine Disjunktion zur Verknüpfung der Fakten. Je nach Fragestellung des Problems ist man entweder nur daran interessiert, welche Alternativen es gibt, oder auch daran, wieviele Möglichkeiten es gibt, die gleiche Alternative zu erhalten. Interessiert man sich nur für die Menge der möglichen Alternativen, so wählt man eine idempotente Disjunktion zur Formalisierung des Problems. Ist man jedoch auch an der Anzahl der Möglichkeiten, eine bestimmte Alternative zu erhalten, interessiert, so wählt man eine nicht idempotente Disjunktion. Daher wird das konjunktive Planungsverfahren von S. Hölldobler und J. Schneeberger sowohl um eine idempotente Disjunktion als auch um eine nicht idempotente Disjunktion erweitert. Es wird erläutert, wie die dabei neu eingeführten Funktionen mit der nicht idempotenten Konjunktion zusammenspielen, was sich auch in einer Semantik wiederspiegelt, die disjunktive Situationsterme auf Mengen bzw. Multimengen von Mengen elementarer Terme abbildet.

Full Paper: Compressed postscript Compressed DVI

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