Auslandsstudium
in Kanada
Informationen;
Version 3.30 vom Juli 2001 |
| Auf dieser Seite
befinden sich Hinweise zum Auslandsstudium an unserer Partner - Universität
in Vancouver (Kanada), zusammengetragen von Dirk Breitbach und Jojo Fleischmann. |
Übersicht
01. Einleitung
02. Voraussetzungen zur Bewerbung
03. Bewerbungsunterlagen
04. Der Toefl-Test
05. Auswahlgespräche
06. Vorbereitungen I (bis März)
07. Vorbereitungen II (ab April)
08. Abreise
09. Ankunft in Vancouver
10. Erste Schritte
11. Erste Einkäufe
12. Zweite Schritte
13. Orientierungen
14. Weitere Informationsquellen
(Bilder, Berichte etc.)
15. Kontaktpersonen
16. Über dieses
Dokument
Einleitung
Der Fachbereich
Informatik der Technischen Universität
Darmstadt (TUD) hat dank der guten Beziehungen von Professor Bibel
zum Department of Computer Science an
der University of British Columbia (UBC)
in Vancouver, Kanada, drei Austauschplätze für "graduate students"
(Studierende mit abgeschlossenem Vordiplom) dort.
Für ein knappes Jahr (von September
bis Mai) dort zu studieren, ist für viele Informatik Studierende aus
verschiedenen Gründen sehr attraktiv, zum Beispiel:
-
Ein guter Informatik-Fachbereich, wo man in
sehr angenehmer Atmosphäre viele Kurse studieren kann
-
Ein anderes Arbeitsklima kennenlernen: häufig
selbständiges Durcharbeiten von Papers, viele Diskussionen und Kurzreferate,
viele Hausarbeiten, Klausuren und Projektarbeiten in Kleingruppen
-
Teilnahme an Kursen, wie sie in Darmstadt
nicht angeboten werden, zum Beispiel Robotik
-
Vancouver ist eine wundervolle Stadt, sie
liegt direkt am Pazifischen Ozean, umgeben von Bergen, mildes Klima, die
Menschen dort sind sehr nett
-
Die Universität hat ein reichhaltiges
Studentenleben und einen traumhaften Campus
-
Deutliche Verbesserung der englischen Sprachkenntnisse
Traditionell gibt es im Rahmen der HI
(Orientierungsveranstaltungen fürs Hauptstudium) einen Infoblock über
Auslandssemester, wo es weitere Informationen über Vancouver und die
anderen Austauschplätze (Boulder/USA, Italien, Finnland, Portugal
usw.) gibt.
Leider gibt es nur sechs Plätze im
englischsprachigen Ausland, davon fallen drei auf Vancouver, dementsprechend
groß ist die Konkurrenz. Dieser Text hier will helfen, einen dieser
Austauschplätze in Vancouver zu bekommen. Dabei gibt es im wesentlichen
zwei Hürden zu bewältigen:
-
Erste Hürde: Sich gegen die anderen
Informatikstudierenden durchsetzen und eines der drei Stipendien vom DAAD
bekommen (dieses Stipendium trägt u.a. die Studiengebühren von
Vancouver, die sehr teuer sind)
-
Zweite Hürde: Auch wenn man einer
der drei Glücklichen ist, muß man immer noch von der Uni Vancouver
angenommen werden; das ist keine reine Formsache, sondern erfordert nochmal
einiges an Vorbereitung.
Im Rest dieses Dokuments wird das gesamte
Prozedere chronologisch von der ersten Bewerbung bis zur Ankunft in Vancouver
besprochen.
Voraussetzungen zur Bewerbung
Im Prinzip kann sich jeder Studierende
der Fachrichtungen Informatik, Wirtschaftsinformatik und Mathematik um
einen Austauschplatz bewerben. Ein paar Sachen gibts aber doch zu beachten:
-
Abgeschlossenes oder so gut wie abgeschlossenes
Vordiplom (also das Vordiplom muß spätestens dann abgeschlossen
sein, wenn es los nach Vancouver geht) ist Voraussetzung
-
Die Vordiplomsnote sollte schon besser als
3 sein (sonst ist fast sicher, dass die UBC dich nicht nehmen wird)
-
Gute Englischkenntnisse sind ebenfalls sehr
föderlich (siehe Toefl-Test)
Wenn man diese Voraussetzungen erfüllt,
sollte man auf jeden Fall eine Bewerbung ins Auge fassen. Die Bewerbungsunterlagen
sollten bis November bei Professor Bibel eingetroffen sein, aber vielleicht
lieber noch früher mal bei ihm in einer Sprechstunde vorbeigehen und
nach den aktuellen Terminen fragen.
Bewerbungsunterlagen
Bewerben muß man sich bei Professor
Bibel, der den Austausch mit Vancouver organisiert. Folgende Unterlagen
gehören zur Bewerbung:
-
Formloser Antrag (Adresse und Mail nicht vergessen)
-
Kopie des Vordiplomszeugnis (wenn schon vorhanden)
-
Kopie des Leistungsspiegels
-
Kopie des Toefel-Tests (wenn schon vorhanden)
-
kurzer Lebenslauf
Es empfielt sich, sich sicherheitshalber für
beide englisch-sprachigen Partner-Universitäten (Boulder in Amerika
und Vancouver in Kanada) gleichzeitig bewerben. Am besten dazu die benötigten
Unterlagen kopieren und auf dem Antrag vermerken, daß man sich für
beide bewirbt.
Die Unterlagen bei Professor Bibel (verantwortlich
für Vancouver) oder bei Professor Kammerer (verantwortlich für
Boulder) abgeben.
Toefl-Test
Spätestens nachdem ihr die Bewerbungsunterlagen
abgegeben habt, solltet ihr den Toefl-Test in Angriff nehmen.
Der Toefl
(Test of english as a foreign language) spielt eine wichtige Rolle, da
er in der Vergangenheit immer wieder mal für Probleme gesorgt hat:
um nach Vancouver zu kommen,
muß man im Toefl-Test eine Punktzahl
von 250 Punkten (nach dem computerbasierten Test) erzielen.
Gottseidank kann man diesen Test, der
in Frankfurt stattfindet, fast beliebig oft wiederholen (einmal im Monat,
die Teilnahme am Test kostet jedesmal etwa 180 Mark). Allerdings braucht
der Test (insbesondere die sehr formale Anmeldung) seine Zeit: Von der
Anmeldung bis zum Erhalt der Ergebnisse kann es drei Monate dauern. Diese
Zeit unbedingt einplanen! Ihr braucht die Testergebnisse (mit der nötigen
Punktzahl) spätestens für die Bewerbung in Vancouver.
Per E-Mail
kann man sich kostenlos Unterlagen zuschicken lassen; diese beinhalten
neben dem Anmeldungsformular auch eine CD mit Übungsfragen. Man sollte
sich aber nicht auf diese wenigen Übungsfragen verlassen, sondern
sich weiter vorbereiten:
-
Englische Filme anschauen, englische Buecher
lesen
-
Vorbereitungskurse an der TU, FH oder VHS
belegen
-
Für den Test gibt es spezielle Vorbereitungsbücher,
Übungshefte und Kassetten, die man kaufen oder in der Bibliothek ausleihen
kann; Ludger hat damals Vorbereitungsbücher
und -kassetten gekauft und kann sie eventuell verleihen.
Der Test selbst findet in einem speziellen
Testzentrum in Frankfurt statt, ziemlich verkehrgünstig an der Zeil
gelegen. Personalausweis nicht vergessen!
Hat man diesen Test schon vor der Bewerbung
bei Prof. Bibel gemacht, ist es natürlich gut, dies schon den Bewerbungsunterlagen
beizulegen, da es die Chancen verbessert. Hat man den Test noch nicht gemacht
(beziehungsweise noch nicht die nötige Punktzahl erreicht), dann sollte
man sich zumindest vor dem Auswahlgespräch schon dafür angemeldet
haben.
Auswahlgespräche
Die Bewerbungsunterlagen werden gesichtet
und dann die besten KandidatInnen (das Kriterium hierfür sind zum
Großteil die Vordiplomsnoten) zu Auswahlgesprächen eingeladen.
Zur Begründung des Auswahlgesprächs:
Das Austauschprogramm wird oft durch persönliche Kontakte der Professoren
unterstützt und die wollen nicht, daß sie durch Studierende,
die sie dorthin schicken, blamiert werden. Gute Noten alleine sind keine
Garantie dafuer. Im wesentlichen geht es ihnen also darum, nun neben den
entsprechenden Noten die Studierenen auch persönlich ein wenig kennenzulernen.
Meist führen Professor Bibel und Professor
Kammerer diese Auswahlgespräche gemeinsam, in entspannter Atmosphäre;
mit dabei ist meist eine Vertreterin des DAAD. Bei den Auswahlgesprächen
wird zum Beispiel gefragt:
-
Fehlende Vordiplomsnoten (Noten, die zu der
Zeit, als die Bewerbungsunterlagen eingereicht wurden, noch nicht verfügbar
waren)
-
Englischkenntnisse, insbesondere der aktuelle
Stand der Vorbereitungen auf den Toefl-Test
-
Engagement neben dem Studium, Hobbies
-
Spätestens in diesem Gespräch muß
man sich auch entscheiden, ob man lieber nach Vancouver oder Boulder möchte
Ein paar Tage nach dem Gespräch bekommt
man, meist per Mail, mitgeteilt, ob man einen der Plätze bekommen
hat oder wie weit man in der Warteliste steht.
Wenn es nicht geklappt hat:
-
Wenn man einen guten Platz in der Warteliste
hat, lohnt es sich durchaus, dennoch den Toefel-Test zu machen
-
Eine beliebte Alternative zu Vancouver ist
die Universität in Victoria (die liegt in der Nähe von Vancouver),
denn auch ohne das Stipendium kann man dort studieren, da die Studiengebühren
dort relativ günstig sind.
-
Vancouver auf eigene Faust ist technisch moeglich,
aber nicht einfach. Schon alleine die Studiengebühren (etwa $1800
pro Vorlesung) sind abschreckend genug.
-
Es gibt andere Austauschprogramme, zum Beispiel
Fullbright (o.ä.). Am besten mal beim akademischen Auslandsamt fragen.
Vorbereitungen bis März
Hat man die Zusage für das Stipendium
bekommen, hat man die erste Hürde überwunden und etwas Zeit.
Die sollte man nutzen, die Unterlagen für die Bewerbung an der Uni
in Vancouver zusammenzutragen. Irgendwann (etwa Ende März) gibt es
auch ein Informationstreffen für alle Studenten aus Darmstadt, die
ins Ausland gehen; da solltet ihr auf jeden Fall hingehen (Hauptthemen
dort sind vor allem: Visa, Versicherungen, Details des Stipendiums).
-
Statement of Interest
Der Statement of Interest ist ein ein-
bis zweiseitiger Artikel, in dem du dich und deine (fachlichen) Interessen
darstellen sollst. Du machst in diesem Artikel Werbung für dich und
- mehr noch - für deinen Aufenthalt in Vancouver. Das ist gar nicht
so einfach, deshalb hier ein paar Tips dazu:
-
Alte Statements sammeln
-
Vorlesungsverzeichnis von Vancouver studieren
-
Korrekturlesen lassen, zum Beispiel von Studenten,
die im englischsprachigen Ausland studiert haben
-
Empfehlungen von Professoren
Man benötigt zwei bis drei Empfehlungen
von Professoren; dazu gibt es extra Vordrucke. Am besten geht man zu Professoren,
bei denen man Vordiplome geschrieben oder Seminare besucht oder als Tutor
Übungen betreut hat. Einfach mal eine Sprechstunde besuchen und sein
Anliegen erklären; die meisten Professoren schreiben einem gerne Empfehlungen.
In den Semesterferien ist es erfahrungsgemäß nicht ganz so leicht,
Termine bei Professoren zu bekommen; deswegen dieses Anliegen nicht zu
lange verschieben!
Hier einige Unterlagen, die Professoren
manchmal vorgelegt haben möchten, bevor sie diese Empfehlung schreiben:
-
Kopie des Leistungsspiegel
-
Lebenslauf
-
Ranking
Diese Unterlagen bekommt ihr auf Anfrage beim
Prüfungsamt (Vordiplom) im alten Hauptgebäude.
-
Bewerbungsformular ausfüllen
Hört sich leicht an, ist es aber
gar nicht. Am besten gemeinsam mit den anderen beiden, die ein Stipendium
bekommen haben, das Formular durchgehen und bei unklaren Stellen nachfragen.
-
Toefl
Das Ergebnis des Toefl Tests solltet ihr
zwar direkt nach Vanouver schicken lassen, aber eine Kopie eures Testergebnisses
nochmal mit den Bewerbungsunterlagen mitschicken. Mindestens 600 Punkte
(bzw. 250 Punkte) müssen es sein!
-
Anmeldegebühren
Die Gebühren betragen momentan 65$
(das entspricht momentan etwa 95 Mark). Bislang lief es so, daß die
Unterlagen ohne Gebühren nach Vancouver geshcickt wurden. Die Darmstädter,
die gerade drüben sind, gehen dann dort (bei Joyce Poon oder beim
Office für Grad Studies) persönlich vorbei und bezahlen die Gebühren,
was ihr dann hier auf ihr deutsches Konto überweist.
Einige organisatorische Vorbereitungen müssen
auch erledigt werden:
-
Flug buchen
Um einen Flug sollte man sich rechtzeitig
kümmern, am besten schon im Januar oder Februar (kostet etwa 1000
Mark). Dazu eine Reiserücktrittsversicherung abschließen (kostet
etwa 10 Mark). Ein gutes Reisebüro ist quer gegenüber dem Informatik
Gebäude in der Alexanderstraße, neben dem Kebabladen.
Es empfielt sich unbedingt, schon etwas
früher nach Vancouver zu reisen, um sich einzuleben und noch etwas
vom kanadischen Sommer mitzubekommen. Das Semester an der UBC beginnt am
1.September, wir empfehlen dringend eine Anreise mindestens ein bis zwei
Wochen früher. Wir kamen am 17.August an und ich wäre gerne noch
ein paar Tage früher angekommen.
-
Reisepaß
Rechtzeitig auch einen Reisepaß
beantragen (dauert bis zu sechs Wochen); der Reisepass muß etwas
länger gültig sein, als ihr drüben seid.
-
Studentenwohnheim in Vancouver
Wohnen in Vancouver ist teuer! Deshalb
auf jeden Fall mal präventiv für einen Wohnheimplatz in Vancouver
bewerben. Dies sollte man so schnell wie möglich, am besten noch im
Januar tun! Dazu kann man per E-Mail vom Housing
Office der Uni Vancouver kostenlos die Bewerbungsunterlagen und Informationsbroschüre
(über alle Studentenwohnheime dort) anfordern, die dann ausfüllen
und dorthin faxen. Als Studentenwohnheim empfehlen wir das Studentendorf
"Fairview Crescent": es liegt nahe am Informatikgebäude, dort wohnen
viele Internationale Studenten, die Zimmer sind nett und bislang haben
wir alle uns sehr wohl gefühlt dort.
-
Informationsquellen erschließen
Es empfielt sich, spätestens jetzt
Kontakt via E-Mail mit den gerade dort studierenden Darmstädtern aufnehmen
und sie auszufragen.
-
Wohnung kündigen
Je nach Kündigungsfrist sollte man
auch dies nicht vergessen, bzw. sich einen Zwischenmieter organisieren.
-
Internationaler Fuehrerschein
Der deutsche Führerschein gilt in
Kanada nur für die ersten drei Monate (das ist die maximale Dauer
einer normale Urlaubsreise); wer auch danach noch Auto fahren möchte,
sollte beim zuständigen Landratsamt einen internationalen Führerschein
machen lassen: Zwei Passfotos, Führerschein und Perso mitbringen,
es kostet etwa 30 Mark und ist schnell gemacht. Autos mieten ist in Kanada
sehr billig, deshalb empfehlen wir, sich auf jeden Fall einen solchen Führerschein
ausstellen zu lassen.
Ach, euch ist schon klar, daß ihr zu
Geburtstag, Weihnachten und so weiter jede Menge von Reiseführern
über "Kanada - Der Westen" und Vancouver geschenkt bekommt. Ist aber
eigentlich nicht nötig, da diejenigen, die vor euch dort waren, bereits
jede Menge davon haben und euch gerne ausleihen (laßt euch lieber
was anderes schenken).
Vorbereitungen ab April
Sind die Bewerbungsunterlagen nach Vancouver
geschickt, so muß man erstmal warten auf die Annahme (oder Ablehnung)
des Studienplatzes. In der Zwischenzeit müßte das Bestätigungsschreiben
des DAAD über das Stipendium kommen. Innerhalb von 6 Wochen muß
man das Stipendium schriftlich annehmen (Frau
Wagner, die zuständig ist für unser Austauschprogramm, ist
im 6.Stock des 47er Gebauede).
Sobald man die Anerkennung aus Vancouver
hat, geht es wieder los mit Vorbereitungen; jetzt müßt ihr zügig:
-
Urlaubssemester beantragen
Beim Studiensekretariat kann man sich
zwei Urlaubssemester beantragen. Vom DAAD bekommt man einen Vordruck, mit
dem man zum Studentensekretariat gehen kann.
-
Visum für Kanada beantragen
Dringend! Geht leider erst, sobald ihr
die Anerkennung aus Vancouver habt! Bei der kanadischen Botschaft in (bislang)
Bonn, Adressen gibts unter anderem beim Auswärtigen
Amt oder bei Kanada-Info.
Wir haben ein sehr nützliches Informationsdokument
(pdf), aber ob dieses noch aktuell ist, kann ich nicht garantieren.
Die Gebühren betrugen bei uns $125 pro Person. Weitere Informationen
per Web, Telefon oder Fax an die Botschaft.
-
Flug bestätigen
Spätestens jetzt den Flug, der vielleicht
nur reserviert war, fest buchen. Und das Datum für den Rückflug
erfragen (Empfehlung: Frühestens Anfang Mai, lieber Juni). Ihr müßt
wahrscheinlich euren Flug nochmal bei der Fluglinie bestätigen (das
erklären euch aber alles die Leute vom Reisebüro).
-
Vorlesungen anerkennen lassen
Schon mal bei Professoren vorsprechen,
ankündigen, daß man gerne die Vorlesung XY hören möchte
und ob sie bereit wären, diese anzuerkennen.
-
Kreditkarte beantragen
Es muß natürlich nicht unbedingt
eine Kreditkarte sein (ist aber sehr empfehlenswert; und am besten
eine mit einem Foto), aber Gedanken über die finanzielle Situation
in Kanada sollte man sich schon mal machen. Für mich hat es sich bewährt,
ein gewisses Startkapital in Form von Travelercheques nach Kanada mitzubringen
und in Kanada ein Konto zu eröffnen; dann bekommt man automatisch
eine Debitcard, mit der man in den meisten Geschäften bezahlen kann.
-
Versicherungen
Das ist kompliziert. Bei der Infoveranstaltung
des DAAD gibt es dazu Informationen. Ihr müßt eure Haftpflicht
überprüfen, ob sie auch im Ausland gilt, und ggf. auf etwa 6
Mio. aufstocken. Ihr müßt eine Auslandskrankenversicherung abschliessen.
Ihr braucht, ganz wichtig, englische Versicherungsbestätigungen. All
dies müßt ihr (zusammen mit einer Kopie der Flugreservierung/Ticket)
beim DAAD vorlegen.
Wir haben entgegen allen Informationen
diese Unterlagen weder für die Einreise noch für die Einschreibung
benötigt. Zudem muß offiziell jeder, der länger als 6 Monate
in Kanada ist, eine spezielle British-Columbia-Krankenversicherung abschließen
(wir wären damit doppelt versichert). Ich empfehle: Nicht lang rumfieseln,
sondern einfach die vom DAAD empfohlene Versicherung von MLP nehmen, dann
hat man den Ärger vom Hals, ist todsicher versichert und hat alle
nötigen Bescheinigungen; der DAAD bezahlt dafür sowieso eine
Pauschale.
-
Stipendium klarmachen
Wie schon erwähnt, müßt
ihr zu Frau Wagner und ihr diverse Unterlagen vorlegen. Das steht alles
schon in den Unterlagen fürs Stipendium. Das wichtigste: Krankenversicherung,
Haftpflichtversicherung und Flugbestätigung müssen vorgelegt
werden.
-
Wohnen in Vancouver
Wenn ihr Glück habt, habt ihr einen
Wohnheimplatz zugewiesen bekommen. Eigentlich werden diese erst am 1.September
bezogen, ihr könnt aber "early arriving" beantragen, um schon gleich
bei eurer Ankunft dort einzuziehen. Wenn das nicht klappt, könnt ihr
für die Übergangszeit in Place Vanier unterkommen, dazu müsst
ihr "temporary accomodation" beantragen. Die erste Rate fürs Wohnheim
muß recht schnell bezahlt werden und per Auslandsscheck; die meisten
Banken haben solche Cheques nicht vorrätig, sondern müssen sie
erst beantragen.
-
Impfungen
Es ist auch ein guter Zeitpunkt, an Impfungen
zu denken und nochmal bei allen Ärzten vorbeizuschauen. Einige Impfungen
(Hepatitis-B) könnt ihr auch kostenlos in Kanada machen lassen!
-
International House kontaktieren
Meldet euch rechtzeitig für die "Social
Events" (entspricht einer Orientierungswoche) und den "Whistler Trip" an,
macht euch schlau über "Pre-Orientation Events". Ich kann das wärmstens
empfehlen und die Plätze sind relativ schnell weg.
Abreise
Wenn ihr eure Wohnung in Darmstadt aufgebt:
Adressänderungen
der TUD mitteilen (beim Studentensekretariat gibt es extra Vordrucke dafür),
Telefon und GEZ abmelden, beim Einwohnermeldeamt Darmstadt abmelden (wenn
ihr gemeldet wart). Auch wenn ihr Urlaubssemester beantragt habt, müsst
ihr zunächst den vollen Semesterbetrag
bezahlen; wenn ihr einen
Teil davon (Beitrag fürs Semesterticket) zurückhaben wollt, müsst
ihr einen Antrag beim AStA ausfüllen (als Anlage den Studentenausweis
und eine Bestätigung des Studienplatzes an der Uni Vancouver belegen).
Ihr duerft üblicherweise 2 Koffer
mit
je 32kg mitnehmen. Ich schliesse mich Dirks guten Rat an: Nimm lieber weniger
mit, in Vancouver kaufst du sowieso noch jede Menge Kram dazu und bei der
Abreise wirds dann wirklich eng in den Koffern. Samsons Rat: Die zwei Koffer
mitnehmen, aber einen davon leer lassen, oder, noch besser, gleich von
Anfang an nur einen Koffer mitnehmen und erst beim Rückflug sich einen
riesigen zweiten Koffer oder Seesack besorgen.
Zwei Stunden vor Abflug solltet ihr am
Flughafen
einchecken. Habt alle wichtigen Unterlagen in eurem Handgepäck. Beachtet
das Maximalgewicht für eure Koffer. Tragt bequeme Kleidung, der Flug
ist sehr lang. Auf den Webseiten der UBC ist auch ein eigenes Kapitel über
Jetlag (viel Saft und Wasser trinken, kein Alkohol).
Ankunft
in Vancouver
Alle wichtigen Dokumente sollte ihr im
Handgepäck haben. Bei der Ankunft am Flughafen von Vancouver kommt
ihr zu einem Zollbeamten. Dem müßt ihr vorlegen:
-
gültigen Reisepass
-
Visums-Schreiben der kanadischen Botschaft
-
Bestätigung eures Studienplatzes der
UBC
Probiert auf jeden Fall, ein Visum zu bekommen,
das ein wenig länger geht als euer geplanter Studienaufenthalt. Es
könnte durchaus sein, daß euch Kanada so gut gefällt, daß
ihr gerne noch ein wenig länger bleiben wollt.
Wenn ihr clever wart, seid ihr früh
genug nach Kanada gekommen, so früh, daß der Shuttlebus zur
Uni noch nicht fährt. Verderbt euch nicht den ersten Tag in Kanada,
sondern leistet euch ein Taxi und fahrt damit zur Uni (das ist gar nicht
so teuer, und mit dem Bus ist es ziemlich kompliziert mit den schweren
Koffern). Wenn ihr später ankommen solltet (Ende August), gibt es
ein Begrüßungskomitee am Flughafen und einen Shuttleservice
zur Uni.
Erste Schritte
Die erste Ansprechpartnerin für euch
ist Joyce Poon. Sie hat ihr Büro im Informatik Gebäude im ersten
Stock. Sie hat die Informationen für euch, was ihr als nächstes
machen müßt:
-
Sie teilt euch einen Advisor zu. Mit
dem besprecht ihr eure Kurswahl (bereitet euch vorher vor) und er gibt
euch seine Unterschrift, die ihr für euren Rechneraccount braucht.
-
Sie gibt euch die Formulare, wo eure Büros
sind,
und gibt euch die Formulare, mit denen ihr eure Schlüssel
für
Büro und Gebäude abholen könnt (macht das so schnell wie
möglich, solange es noch keine langen Schlangen dort gibt).
-
Ihr müsst euch für Kurse registern;
erst wenn ihr dies gemacht habt, könnt ihr eine StudentID (Studentenausweis)
besorgen. Sucht euch aus dem Vorlesungsverzeichnis mindestens einen Kurs
aus, den ihr belegen wollt, und laßt ihn euch gleich von Joyce registern.
Sucht euch später die anderen zwei Kurse aus (ihr müßt
mindestens drei Kurse pro Term belegen!) und checkt immer wieder mal, ob
euer Kurs nicht gecancelt wurde.
-
Als "visiting grad students" bekommt ihr ein
Postfach
im
Department Office. Nicht vergessen, das immer mal wieder zu checken!
Die zweite Anlaufstelle ist das International
House. Geht dort so schnell wie möglich nach Joyce hin und fragt nach
Pre-Orientation Events. Außerdem sind die Leute dort sehr freundlich
und koennen bei allen wichtigen Fragen (z.B. wo kauft man ein billiges
Rad, wie finde ich eine Wohnung usw.) helfen. Ganz wichtig: Sie haben dort
ein Handbuch für international Students, das ziemlich gut ist.
-
StudentID besorgen.Sobald ihr euch
für mindestens einen Kurs registert habt, geht zur Koerner-Library
oder Main-Library und laßt euch einen Studentenausweis geben.
-
Tution Fees bezahlen. Sobald ihr euch
für alle drei Kurse gemeldet habt, geht mit der englischen Bestätigung
eures Stipendiums zur Brook Hall. Dort legt ihr diese Bestätigung
vor und sagt denen, daß sie die Rechnung dorthin schicken sollen.
Danach könnt ihr eine kurze E-Mail zu Frau Wagner nach Darmstadt schicken,
und sie dort schonmal vorwarnen.
-
Telefon beantragen. Das ist wirklich
einfach, per Web oder Telefon (toll-free). Wenn das Telefon erstmal läuft,
schau dich um nach einem billigeren Telefonprovider fuer Telefonanrufe
nach Deutschland. Erwähnt euren Freunden zuhause die neun Stunden
Zeitunterschied (Vancouver 10 Uhr = Darmstadt 19 Uhr), sonst werdet ihr
nachts aus dem Bett geklingelt.
Kurswahl. Der DAAD verlangt von euch,
pro Semester ("Term") mindestens drei Kurse zu belegen. Das ist zu schaffen;
wahrscheinlich würde man auch vier Kurse schaffen, aber das wird dann
stressig. Ausserdem gibt es einige Alternativen: Engagement in einer Forschungsgruppe
oder in einem der unzähligen Clubs an der Uni, Sport, Sprachkurse
des international house und vieles mehr.
Ein Angebot an den Kursen bekommt ihr
via Web (das ist am einfachsten) oder im offiziellen Calendar. Sucht euch
drei Kurse aus und laßt sie euch von Joyce registrieren. In manchen
Fällen braucht ihr die Erlaubnis des jeweiligen Teachers, das ist
aber in der Regel kein Problem. Euer Advisor wird euch Tips zur Kurswahl
geben.
Erste Einkäufe
Je nachdem, wie gut du mit deinen Vorgängern
kommuniziert hast, haben sie für dich eine Kiste mit lebenswichtigen
Geräten (z.B. Telefon, Radio, Geschirr) irgendwo deponiert. Was du
nicht über diese Kiste bekommst, musst du dir selbst besorgen:
-
Fahrrad
Der Campus ist sehr groß. Je schneller
du ein Fahrrad hast, desto schneller und bequemer kommst du ueber den Campus.
Billige Fahrräder gibts z.B. bei "Cheap Skates" in der Dunbar Street.
Du erreichst den Laden mit dem 25er Bus. Zusätzlich zum Rad musst
du dir noch einen Fahrradhelm kaufen (ist Pflicht, wenn du ohne erwischt
wirst, musst du ganz schön blechen) und ein Fahrradschloss. Achtung:
Bei "Cheap Skates" akzeptieren sie nur Bargeld oder Traveler Cheques.
-
Bustickets
Eine Busfahrt kostet $1.5, und du mußt
das Geld passend haben, der Busfahrer gibt kein Wechselgeld heraus. Am
besten besorgst du dir "Faresaver Tickets", die ersparen dir den Kleingeld-Ärger
und du sparst auch ein bißchen dabei. Du bekommst sie im Student
Union Building (SUB) in "Subetcetera". Wenn ihr einen Studentenausweis
habt, kauft dort auch einen Studentensticker, der aus jedem 1-Zonen Ticket
ein 3-Zonen Ticket macht. Für die ersten Monate lohnt sich sicher
auch ein Monatspaß.
-
Regenjacke
Vancouver ist die ideale Stadt, um Regenjacken
zu kaufen. Ein guter Laden ist "Mountain Equipment" (Broadway, Ecke Main/Cambie)
oder (billiger) "Taiga" (Yukon Street, Ecke Broadway, nahe dem "Mountain
Equipment").
-
Lebensmittel
Nimm den 99er Bus in Richtung Stadt und
kaufe Lebensmittel beim Saveways ein, der ist für den Anfang das billigste.
Läden auf dem Campus (insb. der "Lucky Store") sind teurer.
-
Geschirr, Besteck, Kleinkram
Beim zweiten Saveways (Broadway, Ecke
MacDonald Street) gibt es z.B. den "Radio Shack" und billige chinesische
Läden wie "Dollar Surprise", "The mighty Bug" oder "Loonie Toonie",
da gibt es billigen Kram für die Küche. Am billigsten allerdings
sind immer noch Garage Sales, die werden durch Plakate oder Zeitungsanzeigen
bekannt gegeben, also Augen offenhalten.
Zweite Schritte
Gutes Essen gibt es im SUB im "Pendulum",
im SUB gibt es auch Anfang September einen Posterverkauf für deine
Studentenbude. Mitte September veranstaltet der Botanische Garten der UBC
einen Verkauf von billigen Zimmerpflanzen. Anfang September veranstaltet
der Filmclub der UBC eine kostenlose Filmvorführung.
-
Weißt du, was für Kurse du besuchst,
empfielt es sich, rechtzeitig die Bücher ("textbooks") zu besorgen;
im Bookstore auf dem Campus gibt es zu allen Kursen die nötigen Buecher.
Gegen Anfang des Semesters sind die Schlangen an den Kassen dort unglaublich
lang.
-
Einschreibung an DAAD schicken. Irgendwann
solltet ihr auch das erste Formblatt ausfüllen und an Frau Wagner
nach Darmstadt schicken.
Orientierungen
An der Orientierungswoche für internationale
Studenten solltest du unbedingt teilnehmen (und wenn möglich auch
an den Pre-Orientations); neben einer Menge von wirklich nützlichen
Informationen lernst du dort die Stadt und Umgebung und eine Menge von
Leuten kennen, die alle ähnliche Probleme wie du haben.
Der Fachbereich teilt dir einen Advisor
und einen Buddy zu. Der Advisor berät dich bei der Kurswahl
(bereite dich ein bißchen vor, bevor du zu ihm gehst) und nur mit
seiner Unterschrift bekommst du Zugang zu den Rechnern). Deinen Buddy kannst
du alles über den Fachbereich fragen, das ist sehr nützlich.
Desweiteren gibt es noch die Orientierung
für Graduate Studentsam Fachbereich Informatik. Das ist ein Nachmittag
und die Teilnahme wird sehr empfohlen, du lernst die wichtigsten Leute
am Fachbereich und die anderen Grad Students kennen.
Die generelle Orientierungswoche für
Graduate Students bringt kaum neue Erkenntnisse, man kann getrost darauf
verzichten, zumal es sich überschneidet mit den internationalen Veranstaltungen.
Der legendäre "Disorientation Ball" allerdings ist eines der wenigen
wirklich exzessiven Feste hier an der Uni (wurde mir gesagt) und vielleicht
einen Besuch wert.
Die Orientierung für Undergrads
("Imagine UBC") bringt keine neuen Erkenntnisse, ist aber sehr spassig.
Uniführungen werden von verschiedenen
Gruppen angeboten. Startpunkt ist meist das SUB oder Brook Hall.
Infohefte: Neben dem Handbuch für
internationale Studenten solltest du dir auf jeden Fall das Handbuch der
AMS besorgen, das ist wirklich wichtig. Es gibt auch noch ein Handbuch
der Grad Students, und der "Straight Georgia" enthält Informationen
über aktuelle Kinofilme. Alles kostenlos.
Weitere
Informationen
Hier einige weitere Informationsseiten
von anderen Studierenden, die in Vancouver oder Victoria waren.
-
Jojo Fleischmann (99/00)
Vancouver-Bericht
| Web-Seiten | Bilder
-
Michael Wufka (99/00)
Vancouver-Bericht | Web-Seiten
| Bilder
-
David Schäfer (99/00)
Vancouver-Bericht
| Web-Seiten | Bilder
-
Michael Samson Stini (99/00)
Victoria-Bericht | Web-Seiten | Bilder
-
Dirk Breitbach (98/99)
Vancouver-Bericht | Web-Seiten
| Bilder
-
Tim Wellhausen (98/99)
Vancouver-Bericht
| Web-Seiten | Bilder
-
Ludger Martin
Victoria-Bericht | Web-Seiten | Bilder
-
Ingo Jankowski (97/98)
Vancouver-Bericht | Web-Seiten | Bilder
Kontaktpersonen
Die wichtigsten Ansprechpartner sind natürlich
die den Austausch organisieren.
Hier eine Liste von Studenten, die bereits
drüben studiert haben oder gerade drüben studieren, und ihren
reichen Erfahrungsschatz gerne weitergeben:
Erfahrungen mit der Universität Victoria
haben:
Für Fragen bezüglich des DAAD Stipendiums
sind zuständig:
Über
dieses Dokument
Die Informationen auf dieser Seite wurden
von Dirk Breitbach und Andreas Fleischmann und den anderen ehemaligen und
zukünftigen Vancouverianern zusammengetragen. Kopien dieser Seite
werden an verschiedenen Stellen angeboten; die aktuellste Version dieser
Seite findet sich unter dieser
Adresse.
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| Letztes Update am 26.Juli
2001 - Feedback |