Auslandsstudium in Kanada
Informationen; Version 3.30 vom Juli 2001
Auf dieser Seite befinden sich Hinweise zum Auslandsstudium an unserer Partner - Universität in Vancouver (Kanada), zusammengetragen von Dirk Breitbach und Jojo Fleischmann.

Übersicht

01. Einleitung
02. Voraussetzungen zur Bewerbung
03. Bewerbungsunterlagen
04. Der Toefl-Test
05. Auswahlgespräche
06. Vorbereitungen I (bis März)
07. Vorbereitungen II (ab April)
08. Abreise
09. Ankunft in Vancouver
10. Erste Schritte
11. Erste Einkäufe
12. Zweite Schritte
13. Orientierungen
14. Weitere Informationsquellen (Bilder, Berichte etc.)
15. Kontaktpersonen
16. Über dieses Dokument

Einleitung

Der Fachbereich Informatik der Technischen Universität Darmstadt (TUD) hat dank der guten Beziehungen von Professor Bibel zum Department of Computer Science an der University of British Columbia (UBC) in Vancouver, Kanada, drei Austauschplätze für "graduate students" (Studierende mit abgeschlossenem Vordiplom) dort.

Für ein knappes Jahr (von September bis Mai) dort zu studieren, ist für viele Informatik Studierende aus verschiedenen Gründen sehr attraktiv, zum Beispiel:

Traditionell gibt es im Rahmen der HI (Orientierungsveranstaltungen fürs Hauptstudium) einen Infoblock über Auslandssemester, wo es weitere Informationen über Vancouver und die anderen Austauschplätze (Boulder/USA, Italien, Finnland, Portugal usw.) gibt.

Leider gibt es nur sechs Plätze im englischsprachigen Ausland, davon fallen drei auf Vancouver, dementsprechend groß ist die Konkurrenz. Dieser Text hier will helfen, einen dieser Austauschplätze in Vancouver zu bekommen. Dabei gibt es im wesentlichen zwei Hürden zu bewältigen:

Im Rest dieses Dokuments wird das gesamte Prozedere chronologisch von der ersten Bewerbung bis zur Ankunft in Vancouver besprochen.

Voraussetzungen zur Bewerbung

Im Prinzip kann sich jeder Studierende der Fachrichtungen Informatik, Wirtschaftsinformatik und Mathematik um einen Austauschplatz bewerben. Ein paar Sachen gibts aber doch zu beachten:

Wenn man diese Voraussetzungen erfüllt, sollte man auf jeden Fall eine Bewerbung ins Auge fassen. Die Bewerbungsunterlagen sollten bis November bei Professor Bibel eingetroffen sein, aber vielleicht lieber noch früher mal bei ihm in einer Sprechstunde vorbeigehen und nach den aktuellen Terminen fragen.

Bewerbungsunterlagen

Bewerben muß man sich bei Professor Bibel, der den Austausch mit Vancouver organisiert. Folgende Unterlagen gehören zur Bewerbung:

Es empfielt sich, sich sicherheitshalber für beide englisch-sprachigen Partner-Universitäten (Boulder in Amerika und Vancouver in Kanada) gleichzeitig bewerben. Am besten dazu die benötigten Unterlagen kopieren und auf dem Antrag vermerken, daß man sich für beide bewirbt.

Die Unterlagen bei Professor Bibel (verantwortlich für Vancouver) oder bei Professor Kammerer (verantwortlich für Boulder) abgeben.

Toefl-Test

Spätestens nachdem ihr die Bewerbungsunterlagen abgegeben habt, solltet ihr den Toefl-Test in Angriff nehmen.

Der Toefl (Test of english as a foreign language) spielt eine wichtige Rolle, da er in der Vergangenheit immer wieder mal für Probleme gesorgt hat: um nach Vancouver zu kommen, muß man im Toefl-Test eine Punktzahl  von 250 Punkten (nach dem computerbasierten Test) erzielen.
Gottseidank kann man diesen Test, der in Frankfurt stattfindet, fast beliebig oft wiederholen (einmal im Monat, die Teilnahme am Test kostet jedesmal etwa 180 Mark). Allerdings braucht der Test (insbesondere die sehr formale Anmeldung) seine Zeit: Von der Anmeldung bis zum Erhalt der Ergebnisse kann es drei Monate dauern. Diese Zeit unbedingt einplanen! Ihr braucht die Testergebnisse (mit der nötigen Punktzahl) spätestens für die Bewerbung in Vancouver.

Per E-Mail kann man sich kostenlos Unterlagen zuschicken lassen; diese beinhalten neben dem Anmeldungsformular auch eine CD mit Übungsfragen. Man sollte sich aber nicht auf diese wenigen Übungsfragen verlassen, sondern sich weiter vorbereiten:

Der Test selbst findet in einem speziellen Testzentrum in Frankfurt statt, ziemlich verkehrgünstig an der Zeil gelegen. Personalausweis nicht vergessen!

Hat man diesen Test schon vor der Bewerbung bei Prof. Bibel gemacht, ist es natürlich gut, dies schon den Bewerbungsunterlagen beizulegen, da es die Chancen verbessert. Hat man den Test noch nicht gemacht (beziehungsweise noch nicht die nötige Punktzahl erreicht), dann sollte man sich zumindest vor dem Auswahlgespräch schon dafür angemeldet haben.

Auswahlgespräche

Die Bewerbungsunterlagen werden gesichtet und dann die besten KandidatInnen (das Kriterium hierfür sind zum Großteil die Vordiplomsnoten) zu Auswahlgesprächen eingeladen.

Zur Begründung des Auswahlgesprächs: Das Austauschprogramm wird oft durch persönliche Kontakte der Professoren unterstützt und die wollen nicht, daß sie durch Studierende, die sie dorthin schicken, blamiert werden. Gute Noten alleine sind keine Garantie dafuer. Im wesentlichen geht es ihnen also darum, nun neben den entsprechenden Noten die Studierenen auch persönlich ein wenig kennenzulernen.

Meist führen Professor Bibel und Professor Kammerer diese Auswahlgespräche gemeinsam, in entspannter Atmosphäre; mit dabei ist meist eine Vertreterin des DAAD. Bei den Auswahlgesprächen wird zum Beispiel gefragt:

Ein paar Tage nach dem Gespräch bekommt man, meist per Mail, mitgeteilt, ob man einen der Plätze bekommen hat oder wie weit man in der Warteliste steht.

Wenn es nicht geklappt hat:

Vorbereitungen bis März

Hat man die Zusage für das Stipendium bekommen, hat man die erste Hürde überwunden und etwas Zeit. Die sollte man nutzen, die Unterlagen für die Bewerbung an der Uni in Vancouver zusammenzutragen. Irgendwann (etwa Ende März) gibt es auch ein Informationstreffen für alle Studenten aus Darmstadt, die ins Ausland gehen; da solltet ihr auf jeden Fall hingehen (Hauptthemen dort sind vor allem: Visa, Versicherungen, Details des Stipendiums).

Einige organisatorische Vorbereitungen müssen auch erledigt werden: Ach, euch ist schon klar, daß ihr zu Geburtstag, Weihnachten und so weiter jede Menge von Reiseführern über "Kanada - Der Westen" und Vancouver geschenkt bekommt. Ist aber eigentlich nicht nötig, da diejenigen, die vor euch dort waren, bereits jede Menge davon haben und euch gerne ausleihen (laßt euch lieber was anderes schenken).

Vorbereitungen ab April

Sind die Bewerbungsunterlagen nach Vancouver geschickt, so muß man erstmal warten auf die Annahme (oder Ablehnung) des Studienplatzes. In der Zwischenzeit müßte das Bestätigungsschreiben des DAAD über das Stipendium kommen. Innerhalb von 6 Wochen muß man das Stipendium schriftlich annehmen (Frau Wagner, die zuständig ist für unser Austauschprogramm, ist im 6.Stock des 47er Gebauede).

Sobald man die Anerkennung aus Vancouver hat, geht es wieder los mit Vorbereitungen; jetzt müßt ihr zügig:

Abreise

Wenn ihr eure Wohnung in Darmstadt aufgebt: Adressänderungen der TUD mitteilen (beim Studentensekretariat gibt es extra Vordrucke dafür), Telefon und GEZ abmelden, beim Einwohnermeldeamt Darmstadt abmelden (wenn ihr gemeldet wart). Auch wenn ihr Urlaubssemester beantragt habt, müsst ihr zunächst den vollen Semesterbetrag bezahlen; wenn ihr einen Teil davon (Beitrag fürs Semesterticket) zurückhaben wollt, müsst ihr einen Antrag beim AStA ausfüllen (als Anlage den Studentenausweis und eine Bestätigung des Studienplatzes an der Uni Vancouver belegen).

Ihr duerft üblicherweise 2 Koffer mit je 32kg mitnehmen. Ich schliesse mich Dirks guten Rat an: Nimm lieber weniger mit, in Vancouver kaufst du sowieso noch jede Menge Kram dazu und bei der Abreise wirds dann wirklich eng in den Koffern. Samsons Rat: Die zwei Koffer mitnehmen, aber einen davon leer lassen, oder, noch besser, gleich von Anfang an nur einen Koffer mitnehmen und erst beim Rückflug sich einen riesigen zweiten Koffer oder Seesack besorgen.

Zwei Stunden vor Abflug solltet ihr am Flughafen einchecken. Habt alle wichtigen Unterlagen in eurem Handgepäck. Beachtet das Maximalgewicht für eure Koffer. Tragt bequeme Kleidung, der Flug ist sehr lang. Auf den Webseiten der UBC ist auch ein eigenes Kapitel über Jetlag (viel Saft und Wasser trinken, kein Alkohol).

Ankunft in Vancouver

Alle wichtigen Dokumente sollte ihr im Handgepäck haben. Bei der Ankunft am Flughafen von Vancouver kommt ihr zu einem Zollbeamten. Dem müßt ihr vorlegen:

Probiert auf jeden Fall, ein Visum zu bekommen, das ein wenig länger geht als euer geplanter Studienaufenthalt. Es könnte durchaus sein, daß euch Kanada so gut gefällt, daß ihr gerne noch ein wenig länger bleiben wollt.

Wenn ihr clever wart, seid ihr früh genug nach Kanada gekommen, so früh, daß der Shuttlebus zur Uni noch nicht fährt. Verderbt euch nicht den ersten Tag in Kanada, sondern leistet euch ein Taxi und fahrt damit zur Uni (das ist gar nicht so teuer, und mit dem Bus ist es ziemlich kompliziert mit den schweren Koffern). Wenn ihr später ankommen solltet (Ende August), gibt es ein Begrüßungskomitee am Flughafen und einen Shuttleservice zur Uni.

Erste Schritte

Die erste Ansprechpartnerin für euch ist Joyce Poon. Sie hat ihr Büro im Informatik Gebäude im ersten Stock. Sie hat die Informationen für euch, was ihr als nächstes machen müßt:

Die zweite Anlaufstelle ist das International House. Geht dort so schnell wie möglich nach Joyce hin und fragt nach Pre-Orientation Events. Außerdem sind die Leute dort sehr freundlich und koennen bei allen wichtigen Fragen (z.B. wo kauft man ein billiges Rad, wie finde ich eine Wohnung usw.) helfen. Ganz wichtig: Sie haben dort ein Handbuch für international Students, das ziemlich gut ist. Kurswahl. Der DAAD verlangt von euch, pro Semester ("Term") mindestens drei Kurse zu belegen. Das ist zu schaffen; wahrscheinlich würde man auch vier Kurse schaffen, aber das wird dann stressig. Ausserdem gibt es einige Alternativen: Engagement in einer Forschungsgruppe oder in einem der unzähligen Clubs an der Uni, Sport, Sprachkurse des international house und vieles mehr.
Ein Angebot an den Kursen bekommt ihr via Web (das ist am einfachsten) oder im offiziellen Calendar. Sucht euch drei Kurse aus und laßt sie euch von Joyce registrieren. In manchen Fällen braucht ihr die Erlaubnis des jeweiligen Teachers, das ist aber in der Regel kein Problem. Euer Advisor wird euch Tips zur Kurswahl geben.

Erste Einkäufe

Je nachdem, wie gut du mit deinen Vorgängern kommuniziert hast, haben sie für dich eine Kiste mit lebenswichtigen Geräten (z.B. Telefon, Radio, Geschirr) irgendwo deponiert. Was du nicht über diese Kiste bekommst, musst du dir selbst besorgen:

Zweite Schritte

Gutes Essen gibt es im SUB im "Pendulum", im SUB gibt es auch Anfang September einen Posterverkauf für deine Studentenbude. Mitte September veranstaltet der Botanische Garten der UBC einen Verkauf von billigen Zimmerpflanzen. Anfang September veranstaltet der Filmclub der UBC eine kostenlose Filmvorführung.

Orientierungen

An der Orientierungswoche für internationale Studenten solltest du unbedingt teilnehmen (und wenn möglich auch an den Pre-Orientations); neben einer Menge von wirklich nützlichen Informationen lernst du dort die Stadt und Umgebung und eine Menge von Leuten kennen, die alle ähnliche Probleme wie du haben.

Der Fachbereich teilt dir einen Advisor und einen Buddy zu. Der Advisor berät dich bei der Kurswahl (bereite dich ein bißchen vor, bevor du zu ihm gehst) und nur mit seiner Unterschrift bekommst du Zugang zu den Rechnern). Deinen Buddy kannst du alles über den Fachbereich fragen, das ist sehr nützlich.

Desweiteren gibt es noch die Orientierung für Graduate Studentsam Fachbereich Informatik. Das ist ein Nachmittag und die Teilnahme wird sehr empfohlen, du lernst die wichtigsten Leute am Fachbereich und die anderen Grad Students kennen.

Die generelle Orientierungswoche für Graduate Students bringt kaum neue Erkenntnisse, man kann getrost darauf verzichten, zumal es sich überschneidet mit den internationalen Veranstaltungen. Der legendäre "Disorientation Ball" allerdings ist eines der wenigen wirklich exzessiven Feste hier an der Uni (wurde mir gesagt) und vielleicht einen Besuch wert.

Die Orientierung für Undergrads ("Imagine UBC") bringt keine neuen Erkenntnisse, ist aber sehr spassig.

Uniführungen werden von verschiedenen Gruppen angeboten. Startpunkt ist meist das SUB oder Brook Hall.

Infohefte: Neben dem Handbuch für internationale Studenten solltest du dir auf jeden Fall das Handbuch der AMS besorgen, das ist wirklich wichtig. Es gibt auch noch ein Handbuch der Grad Students, und der "Straight Georgia" enthält Informationen über aktuelle Kinofilme. Alles kostenlos.

Weitere Informationen

Hier einige weitere Informationsseiten von anderen Studierenden, die in Vancouver oder Victoria waren.

Kontaktpersonen

Die wichtigsten Ansprechpartner sind natürlich

die den Austausch organisieren.

Hier eine Liste von Studenten, die bereits drüben studiert haben oder gerade drüben studieren, und ihren reichen Erfahrungsschatz gerne weitergeben:

Erfahrungen mit der Universität Victoria haben: Für Fragen bezüglich des DAAD Stipendiums sind zuständig: Über dieses Dokument

Die Informationen auf dieser Seite wurden von Dirk Breitbach und Andreas Fleischmann und den anderen ehemaligen und zukünftigen Vancouverianern zusammengetragen. Kopien dieser Seite werden an verschiedenen Stellen angeboten; die aktuellste Version dieser Seite findet sich unter dieser Adresse.
 
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Letztes Update am 26.Juli 2001 - Feedback